Was versteht man unter Tokenisierung?

Was versteht man unter Tokenisierung?

Tokenisierung ist ein anderer Begriff für Stückelung oder Aufteilung. Oftmals wird im Rahmen der Tokenisierung auch von einer digitalen Verbriefung gesprochen. Bei der Tokenisierung handelt es sich also um die Verteilung von einem Produkt. So kann etwa die Tokenisierung von einer Immobilie bedeuten, dass verschiedene Personen Anteile an ihr Erwerben können. Da die betroffenen Personen selbst Teilhaber bzw. Besitzer sind, gehen diese oft verantwortlicher mit den Dingen um und haben ein größeres Eigeninteresse. Ein Mieter etwa, der einen Teil einer Immobilie besitzt, in der er wohnt, ist zum Beispiel ebenfalls daran interessiert, den Wert des Objektes zu steigern und dafür zu sorgen, dass alles sauber und ordentlich bleibt. Ein einfacher Mieter auf der anderen Seite hat nur wenig Interesse an dem Zustand oder dem Wert einer Immobilie, sofern er nicht direkt betroffenen ist. Vor allem die Blockchain macht die Tokenisierung sehr einfach möglich und bietet hier zahlreiche neue Möglichkeiten, wo dieses Verfahren angewendet werden kann.

Wie funktioniert die Tokenisierung?

Die Tokenisierung erfolgt digital. Der Wert eines Objektes oder einer Immobilie wird einfach nach Belieben in mehrere Anteile aufgeteilt bzw. gestückelt. Dies erfolgt über die Blockchain und kann ggf. auch über einen Smart Contract erfolgen. Die Anteile werden dann öffentlich allen Menschen oder einer bestimmten Zielgruppe zugänglich gemacht, die dann Anteile in Form von Tokens oder Kryptowährungen kaufen können. Auf diese Weise gelangen sie in den Besitz der entsprechenden Anteile, zum Beispiel einer Immobilie, eines Grundstücks, eines Fahrzeugs, etc. Insgesamt steigert die Tokenisierung die Markteffizienz deutlich und da auch Anteile in kleineren Größen verfügbar sind, ist es zudem für viele Menschen möglich, in den Handel einzusteigen. Auch dann, wenn diese nicht über viel Geld verfügen.

Wann ist eine Tokenisierung wichtig oder sinnvoll?

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Experten sagen, dass es sich bei der Tokenisierung um eine Revolution des Finanzmarktes handelt. Nicht nur ist es so für Kunden bzw. Interessenten einfacher, solche Anteile zu erwerben. Auch für die Besitzer von Projekten oder Objekten die tokenisiert werden, gibt es Vorteile. Insbesondere in einer Zeit, wo es Banken und Kreditinstitute mitunter oft schwer machen, ein Darlehen oder eine Hypothek, etc. zu vergeben und in der diese oft mit hohen Zinsen verbunden sind, ist es durchaus sinnvoll und wichtig, sich die Tokenisierung als Alternative anzuschauen.

Wann wird Tokenisierung benötigt?

Grundsätzlich kann die Tokenisierung in allen Bereichen verwendet werden. Es liegt also vor allem bei den Beteiligten, was sie tokenisieren möchten. So lassen sich zum Beispiel Anteile von Immobilien, Grundstücken, Fahrzeugen, etc. tokenisieren, aber auch Dinge wie Energie, etc. Alles was unter mehreren Benutzern aufgeteilt werden kann, kann im Grund genommen auch tokenisiert werden.

Wie wird die Tokenisierung auf der Blockchain verwendet?

Die Blockchain ist natürlich für die Tokenisierung eine interessante, wenn nicht sogar die interessanteste Möglichkeit. Die Blockchain, wie etwa Ethereum, ermöglicht es nicht nur Smart Contracts zu erstellen sondern macht auch den Erwerb, Handel und Tausch mit der Kryptowährung zu einem Kinderspiel. Hinzu kommt, dass die Blockchain sehr sicher ist. Viele ICOs und Blockchain-Projekte wurden zudem speziell mit dem Gedanken der Tokenisierung im Hinterkopf gegründet.

Besonders beliebt ist die Tokenisierung dabei augenscheinlich vor allem im Bereich der Immobilien. Etwa das Projekt Meridio, welches es seinen Usern ermöglicht, Anteile an einer Vielzahl an Objekten zu erwerben. Dabei kann es sich sowohl um sehr kleine Anteile handeln, die für jedermann erschwinglich sind, als auch um größere Anteile mit weitreichenden Einflüssen auf die Immobilie. Projekte wie Grid+ hingegen nutzen die Tokenisierung in der Strom- und Energiebranche um die Menschen an ihrem Projekt zu beteiligen. Es gibt eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten und denkbaren Szenarien für die Tokenisierung.

Die Vorteile

  • Hohe Markt Effizienz
  • Günstige Kosten
  • Zahlreiche Einsatzmöglichkeiten
  • Einfache Teilnahme
  • Wenige Einschränkungen
  • Im Vergleich zu Darlehen, etc. wenige Voraussetzungen

Die Nachteile

Wie immer gibt es natürlich nicht nur Vorteile sondern auch einige Nachteile, die unter Umständen von Bedeutung sein könnten. Auch diese möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten. Die wichtigsten Nachteile der Tokenisierung sind:

  • Oftmals keine gesetzliche Absicherung
  • Einige schwarze Schafe auf dem Markt
  • Lediglich Erwerb von Anteilen

Die Anwendungsbereiche der Tokenisierung

Die Tokenisierung wird fast ausschließlich im Bereich der Blockchain und bei Kryptowährungen eingesetzt. Dabei vor allem in den Bereichen Immobilien und Energie. Grundsätzlich gibt es aber, wie Sie bereits wissen, für den Einsatz der Tokenisierung keine Grenzen oder Einschränkungen. Generell können Besitzer alles tokenisieren, sofern sich von einer Sache oder einem Gerät Anteile verkaufen lassen. Dabei ist es egal, ob es sich zum Beispiel um ein Fahrzeug, ein Einkaufscenter, ein Grundstück im Wald oder vielleicht um einen Vorrat oder eine Quelle an Energie handelt. Auch außerhalb der Blockchain und der Kryptoszene ist Tokenisierung denkbar. Wie bereits erwähnt, kommt diese hier jedoch nur selten zum Einsatz.

Anbieter von Tokenisierungsdienstleistungen

Meridio ==> https://www.meridio.co

Grid ==> https://gridplus.io/

Blockimmo ==> https://blockimmo.ch/

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Artikel über Tokenisierung: https://de.wikipedia.org/wiki/Tokenisierung

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Grundsätzlich kann man Kryptotoken verstehen als eine
digitale Abbildung eines intrinsischen oder markt seitig
zugesprochenen Wertes durch Nutzung der Distributed
Ledger Technology (DLT).

Die Distributed-Ledger-Technologie definiert die Bank for
International Settlements (BIS) wie folgt: „DLT refers to the
processes and related technologies that enable nodes in a network
(or arrangement) to securely propose, validate and record state
changes (or updates) to a synchronised ledger that is distributed
across the network’s nodes”, BIS, Distributed ledger technology in
payment, clearing and settlement,
http://www.bis.org/cpmi/publ/d157.htm

Baisdokument der Bundesbank: https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/BaFinPerspektiven/2018/bp_18-1_digitalisierung.pdf

Im Rahmen eines „Initial Coin Offering“ (ICO), „Initial Token Offering“ (ITO), „Security Token
Offering“ (STO) (Im folgenden Text wird für „ICO“, „ITO“ und „STO“ einheitlich der Begriff „ICO“ verwendet)
werden zur Realisierung einer Geschäftsidee durch ein Unternehmen
finanzielle Mittel eingeworben. Für diese finanziellen Mittel erhalten Anleger sodann „Krypto-
Token“ oder „Coins“. Als Krypto-Token bezeichnet man eine digitalisierte, auf einer
Blockchain dezentral gespeicherte Abbildung von Vermögenswerten. Ihnen wird eine
bestimmte Funktion oder ein bestimmter Wert zugesprochen. Diese Werte können
unterschiedlichste Eigenschaften, Funktionalitäten oder Rechte darstellen. Die Werte können
den Krypto-Token selbst innewohnen oder die Werthaltigkeit wird den Krypto-Token von den
beteiligten Verkehrskreisen zugesprochen.
Bei ICOs werden regelmäßig sogenannte White Paper bereitgestellt, welche beispielsweise
Informationen zum geplanten Geschäftszweck, zu den handelnden Personen und der
technischen Ausgestaltung der Token beinhalten können. Diese White Paper sind jedoch
nicht reguliert und in ihrer Form und ihrem Inhalt beliebig gestaltbar. Es ist zu beobachten,
dass Informationen in White Paper oftmals nicht hinreichend umfassend und präzise sind und
dass die Inhalte der White Paper auch während der ICO-Laufzeit geändert werden. White
Paper werden in erster Linie als PR-Maßnahme und Kommunikationsmittel genutzt.
Hierdurch bedingt ist kein hinreichender Schutz für Anleger gegeben. Die White Paper sind
keine mit Wertpapier- und Vermögensanlagenprospekten bzw. gesetzlich vorgeschriebenen
Informationsblättern vergleichbare Informations- und Haftungsdokumente.
Die BaFin erreichen zahlreiche Anfragen darüber, ob Token, die Anlegern bei ICOs angeboten
werden, Prospekt- oder Erlaubnispflichten auslösen. Zentral ist hierbei sehr häufig die Frage,
ob die Konstruktion des Token im konkreten Fall ein Wertpapier im Sinne der europäischen
Prospektverordnung (Verordnung (EU) 2017/1129 – ProspektVO) und des
Wertpapierprospektgesetzes (WpPG) darstellt.

Um die Rechtssicherheit zur regulatorischen Einordnung von Token im Bereich der
Wertpapieraufsicht zu erhöhen, hat die BaFin ein Hinweisschreiben am 20.02.2018
(GZ: WA 11-QB 4100-2017/0010) veröffentlicht. Gleichzeitig arbeitet die BaFin mit anderen
nationalen und europäischen Aufsichtsbehörden an der Weiterentwicklung einer
einheitlichen Aufsichtspraxis. Die rechtliche Bewertung des Themas ist dabei noch im Fluss, so
dass es in der Zukunft weitere Veröffentlichungen geben kann oder bestehende
Hinweisschreiben oder Merkblätter ergänzt und weiterentwickelt werden.

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