Token-Lösungen mit Distributed-Ledger-Technologien (DLT)

Blockchain- und DLT-Technologien sind relevant – im Sinne einer allgemeinen Basistechnologie (general purpose technology) bieten sie breite Einsatzmöglichkeiten in den unterschiedlichsten Anwendungsfeldern. Das besondere Potenzial der Technologie liegt dabei in der Möglichkeit, Daten und Datentransaktionen eine Qualität hinsichtlich Vertrauenswürdigkeit und Integrität zu geben. Sie stellen traditionelle Paradigmen von Transaktionen und Leistungsaustausch in Frage und eröffnen neue Perspektiven, etablierte Systeme und Strukturen disruptiv zu verändern.

Blockchain-Technologie ermöglicht direkten Kontakt und effizientere Abwicklung
Die Blockchain ist eine spezielle Form der Distributed-Ledger-Technologie (DLT). Sie ist eine dezentrale Datenbank, in der replizierte, gemeinsam genutzte und synchronisierte digitale Daten gespeichert werden. Alle Teilnehmer eines DLT-Netzwerks halten parallel den gleichen Datenbestand und haben gemeinsame Schreib- und Leserechte auf die Daten und somit eine geteilte gemeinsame Transparenz. Die zentrale Vermittlerrolle – üblicherweise ausgeübt von Banken im Rahmen von Finanztransaktionen – verlagert sich. Es werden aktuelle, auf asymmetrischer Kryptographie basierende Verschlüsselungs- und Signaturverfahren verwendet, die derzeit als nahezu fälschungssicher gelten.

Mit der Blockchain – und allgemein mit Distributed-Ledger-Technologien (DLT) – werden große Erwartungen verknüpft, die Prozesse der digitalen Welt des 21. Jahrhunderts neu zu organisieren, effizienter zu gestalten und bislang ungekannte Möglichkeiten für Transaktionen zwischen Beteiligten in Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung zu ermöglichen. Diese Chancen müssen genutzt werden. Gleichzeitig ist mit der Blockchain-Technologie wie mit allen anderen digitalen Lösungen die Herausforderung verbunden, die Technologien, Anwendungen und zugrundeliegenden Infrastrukturen nachhaltig zu gestalten und an Energieeffizienz, Klimaschutz und Ressourcenschonung auszurichten. Handlungsbedarf besteht auch bei Blockchain-Anwendungen. Der Energieverbrauch des derzeit größten Blockchain-Netzwerks Bitcoin wird auf bis über 130 TWh/Jahr abgeschätzt, womit eine Größenordnung in Höhe des gesamten Jahresstrombedarfs von Ländern wie Argentinien erreicht würde. Blockchain-Anwendungen sind somit schon heute umweltpolitisch relevante Einflussgrößen und die zu erwartende Wachstumsdynamik erhöht den Handlungsdruck. Es ist das Ziel dieser Kurzstudie, geeignete Nachhaltigkeitskriterien zur Bewertung der Energieverbräuche und Umweltwirkungen von Blockchain-Anwendungen zu identifizieren sowie ein erstes Konzept für deren Implementierung bei der Umsetzung und Vergabe staatlich geförderter oder initiierter Projekte vorzuschlagen.

Stephan Ramesohl, Julian Lauten-Weiss, Georg Kobiela

Quelle: https://epub.wupperinst.org/frontdoor/index/index/docId/7815



Werte, Währungen und Tokens


AirCarbon

Eine Blockchain-basierte Handelsplattform für Kauf, Handel und Absicherung von CO2-Emissionsgutschriften.
https://www.aircarbon.co/


Climatetrade

Der Fokus dieser Plattform ist der CO2-Ausgleich durch den Kauf von CO2-Emissionsgutschriften sowie das Investieren in nachhaltige Projekte.
https://climatetrade.com/


e-Krona

Die Schwedische Reichsbank testet aktuell eine nationale Kryptowährung namens e-Krona, um unregulierten, nichtstaatlichen Alternativen zu
klassischen Währungen entgegenzutreten.

https://www.riksbank.se/en-gb/payments–cash/e-krona/


Das Bundeskabinett hat am 18.09.2019 die Blockchain-Strategie verabschiedet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Bundesministerium der Finanzen (BMF) haben sie unter Einbeziehung der übrigen Ressorts erarbeitet.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Die Potenziale der noch jungen Blockchain-Technologie sind hoch. Deutschland ist dabei weltweit unter den führenden Standorten. Mit der Blockchain-Strategie wollen wir dazu beitragen, diesen Vorsprung zu halten und auszubauen. Ein Fokus liegt dabei im Energiebereich. Hier können wir doppelt punkten, indem wir in Pilotprojekten die Chancen der Blockchain-Technologie nutzen und gleichzeitig die Digitalisierung der Energiewende vorantreiben.“

Bundesfinanzminister Olaf Scholz: „Wir wollen vorne mit dabei sein und Deutschland als einen führenden Technologie-Standort weiter stärken. Die Blockchain-Technologie kann dazu einen Beitrag leisten. Sie ist ein Baustein für das Internet der Zukunft. Gleichzeitig müssen wir die Verbraucher und die staatliche Souveränität schützen. Ein Kernelement der staatlichen Souveränität ist die Herausgabe einer Währung, wir werden sie nicht Privatunternehmen überlassen.“

Mit ihrer Blockchain-Strategie will die Bundesregierung die Chancen dieser Technologie nutzen und ihre Potenziale für die digitale Transformation mobilisieren. Dazu werden Maßnahmen in fünf Aktionsfeldern vorgelegt:

  1. Stabilität sichern und Innovationen stimulieren: Blockchain im Finanzsektor
  2. Innovationen ausreifen: Förderung von Projekten und Reallaboren
  3. Investitionen ermöglichen: Klare, verlässliche Rahmenbedingungen
  4. Technologie anwenden: Digitale Verwaltungsdienstleistungen
  5. Informationen verbreiten: Wissen, Vernetzung und Zusammenarbeit

Die Blockchain-Technologie ist eine der meist diskutierten digitalen Innovationen. Mit Ihrer Strategie setzt die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für Innovationen auf Basis der Blockchain-Technologie. Die Potenziale der Blockchain-Technologie sollen erschlossen und Missbrauchsmöglichkeiten verhindert werden. Dabei ist die Bundesregierung dem Prinzip der Technologieneutralität verpflichtet.

Blockchain-Strategie und Dokument dazu

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